Blauzungenkrankheit

Tierseuche

Blauzungenkrankheit

Die Blauzungenkrankheit (auch unter der englischen Bezeichnung „Bluetongue“ oder kurz BT bekannt) ist eine anzeigepflichtige Viruserkrankung der Wiederkäuer, die mit Fieber und durch Gefäßentzündungen verursachte Schwellungen einhergehen kann. Empfänglich sind große und kleine Wiederkäuer (Rinder, Schafe, Ziegen), aber auch Wildwiederkäuer und Neuweltkameliden.

Tiergesundheitsexpertinnen und -experten von Bund und Ländern rechnen mit einer erneuten Einschleppung der Blauzungenkrankheit nach Süddeutschland. Sie raten daher zu einer freiwilligen vorbeugenden Schutzimpfung von Rindern, Schafen und Ziegen gegen die Blauzungenkrankheit. Durch eine vorbeugende Schutzimpfung könne der Blauzungenerkrankung in Baden-Württemberg erfolgreich vorgebeugt werden.

Rinder, Schafe und Ziegen, die in Zoos, Wildparks, Zirkussen oder ähnlichen Einrichtungen gehalten werden, sollten grundsätzlich geimpft werden, ebenso sonstige empfängliche Tierarten, zum Beispiel Gehegewild oder Neuweltkameliden.

Virus für Menschen nicht gefährlich

Die Blauzungenkrankheit ist eine nicht unmittelbar von Tier zu Tier ansteckende, sondern durch bestimmte Stechmücken (Gnitzen, Cullicoides) übertragene Infektionskrankheit, an der vor allem Schafe und Rinder erkranken und verenden können. Die Tierseuche kam bisher vor allem in warmen Ländern (Afrika, Südeuropa) vor. Der Krankheitsverlauf kann mild bis sehr schwerwiegend und mit hohen Verlusten einhergehend sein. Das Virus ist für den Menschen nicht gefährlich. Fleisch- und Milchprodukte können ohne Bedenken verzehrt werden.

Ausbreitung der Seuche

Sowohl im benachbarten Österreich als auch in Frankreich und in Italien wurde im vergangenen Jahr ein BT-Ausbruchsgeschehen nachgewiesen. Es besteht daher die akute Gefahr, dass bei günstiger Wetterlage für die Gnitzen eine Ausbreitung nach Süddeutschland und insbesondere nach Baden-Württemberg erfolgt. Experten gehen davon aus, dass in Baden-Württemberg sehr bald wieder Fälle dieser anzeigepflichtigen Tierseuche auftreten können. Das Bundesforschungsinstitut für Tierkrankheiten hat in seiner aktuellen Risikobewertung die Wahrscheinlichkeit für einen Eintrag des Virus nach Deutschland vor allem über Gnitzen mit dem Wind als hoch eingestuft.

Baden-Württemberg hat auf diese Situation bereits im Jahr 2016 mit einer freiwilligen Impfaktion reagiert, welche durch die Tierseuchenkasse und das Land finanziell unterstützt wurde. Zum Schutz der Tiere und zur Aufrechterhaltung der Immunität bereits geimpfter Tiere soll das freiwillige Programm mit Unterstützung der Tierseuchenkasse und des Landes weitergeführt werden.

Sofern in Baden-Württemberg wegen eines BT-Ausbruchs im Land oder angrenzenden Regionen eine Restriktionszone mit einem Mindestradius von 150 km errichtet werden müsste, würde dies neben Erkrankungen von Tieren insbesondere den Tierhandel erheblich beeinträchtigen. Empfängliche Tiere dürfen nämlich aus einer Restriktionszone nur verbracht werden, wenn sie gegen BT geimpft oder negativ auf BT untersucht sind.

Die Bekämpfung der Blauzungenkrankheit basiert gemeinschaftsrechtlich auf der Verordnung (EG) Nr. 1266/2007.

Ansprechpartner bei Fragen

Bei Fragen geben die Veterinärämter, der Rinder- und Schafherdengesundheitsdienst der Tierseuchenkasse Baden-Württemberg, praktizierende Tierärztinnen und Tierärzte sowie die Verbände Auskunft.


Fußleiste