Ökolandbau

Bio-Musterregionen in Baden-Württemberg

Biomusterregion

Der Bio-Sektor in Baden-Württemberg wächst und gedeiht. Mit den im Sommer beschlossenen Gesetzesänderungen zur Stärkung der Biodiversität hat sich das Land ambitionierte Ziele gesetzt, um diese Entwicklung noch weiter voranzubringen. Gleichzeitig möchten mehr und mehr Menschen sowohl wissen wie, aber auch wo ihre Lebensmittel produziert werden.

Als Landesregierung ist es uns wichtig, die steigende Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln bestmöglich aus der Region erfüllen zu können. Dies ist einer der Wege, den Ökolandbau weiter zu stärken.

Im Januar 2018 wurden in Folge eines Wettbewerbs die ersten vier Bio-Musterregionen in Baden-Württemberg ausgewählt. Verteilt über alle Regierungsbezirke setzen sich seitdem der Enzkreis, der Kreis Ravensburg, der Kreis Heidenheim mit fünf nördlich angrenzenden Gemeinden des Ostalbkreises und der Kreis Konstanz gemeinsam mit dem Bodenseekreis als erste Bio-Musterregionen für mehr Bio aus und für Baden-Württemberg ein. Nach der zweiten Ausschreibung kamen 2019 der Neckar-Odenwaldkreis, der Kreis Hohenlohe gemeinsam mit dem Kreis Schwäbisch-Hall, der Kreis Ludwigsburg mit der Landeshauptstadt Stuttgart, der Kreis Biberach und die Stadt Freiburg mit den angrenzenden Landkreisen Emmendingen und Breisgau-Hochschwarzwald als Bio-Musterregionen dazu.

Ziel der Bio-Musterregionen ist es, die regionale Wertschöpfung von der Erzeugung über die Verarbeitung bis hin zur Vermarktung und der Außer-Haus-Verpflegung in den Regionen zu steigern und den Ökolandbau so zu fördern. Hierfür finanziert das Land ein Regionalmanagement vor Ort, welches die Akteure des Öko-Sektors zusammenbringt, um gemeinsam Ideen und Maßnahmen für mehr Öko-Landbau entlang der Wertschöpfungskette zu entwickeln und umzusetzen.

Um das Potenzial vor Ort weiter auszuschöpfen konnten sich bis zum 20. November 2020 erneut interessierte Regionen als Bio-Musterregionen beim Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz bewerben.

Die Entscheidung für die Auswahl der Bio-Musterregionen auf der Basis der eingereichten Konzepte wurde durch ein Entscheidungsgremium, bestehend aus Vertretern der Politik und Verwaltung, der Bauernverbände, der Ökoverbände, sowie des Tier- und Naturschutzes, am 10. Dezember 2020 getroffen. Es wurde entschieden, alle fünf eingegangenen Bewerbungen als neue Bio-Musterregionen auszuwählen.

Die ausgewählten Konzepte sind vielfältig und ideenreich. Sie ergänzen die bestehenden Bio-Musterregionen mit neuen Facetten und knüpfen an die vorhandenen Strukturen an.

Zukünftig werden also insgesamt vierzehn Bio-Musterregionen in Baden-Württemberg das Bewusstsein für ökologischen Landbau und für regionale Bio-Lebensmittel stärken, Kooperationen anregen und Impulse für mehr Bio in und aus Baden-Württemberg setzen.

Die Fünf neuen Bio-Musterregionen in Baden-Württemberg

Im Regierungsbezirk Stuttgart werden drei neue Bio-Musterregionen die bestehenden Regionen ergänzen. Der Land- und Stadtkreis Heilbronn werden die Bio-Musterregion „Heilbronner Land“ bilden. Ein engagiertes Netzwerk von Bio-Akteuren steht mit konkreten Ideen in den Startlöchern. Neben Projekten für den Obst- und Weinbau in der Region, steht die Vernetzung von Land- und Lebensmittelwirtschaft mit Bildungs- und Forschungseinrichtungen im Fokus.

Der Rems-Murr-Kreis und Ostalbkreis (ohne die Gemeinden Bartholomä, Heubach, Essingen, Oberkochen und Neresheim, da diese Gemeinden bereits Teil der bestehenden Bio-Musterregion Heidenheim plus sind) schließen sich zu der Bio-Musterregion „Rems-Murr-Ostalb“ zusammen. Über die Kreisgrenzen hinweg widmet sich die Zusammenarbeit neben Ideen für die Lebensmittelproduktion auch dem Ziel, den Tourismus nachhaltiger zu gestalten und Betriebe im Bio-Lebensmittelhandwerk zu fördern.

Der Main-Tauber-Kreis bildet die gleichnamige Bio-Musterregion Main-Tauber-Kreis und wartet mit konkreten Projekten und einem strategischen Konzept auf. Sichtbares, erlebbares und genussvolles Bio auf Feld und Tisch sowie Biodiversität in Flur und Weinberg stehen auf der Agenda.

Im Regierungsbezirk Tübingen wird der Zusammenschluss des Biosphärengebiet Schwäbische Alb bestehend aus 29 Städten und Gemeinden aus zwei Regierungsbezirken und drei Landkreisen zur „Bio-Musterregion für bio-regionale Außer-Haus-Verpflegung“. Mit einem engagierten Netzwerk um das Biosphärengebiet Schwäbische Alb e.V. können die Projekte der neuen Bio-Musterregion auf viele vorhandenen Strukturen aufbauen. Der Schwerpunkt liegt auf der Förderung der bio-regionalen Außer-Haus-Verpflegung.

Im Bereich des Regierungsbezirks Karlsruhe werden zukünftig der Landkreis Rastatt, der Ortenaukreis und der Stadtkreis Baden-Baden gemeinsam die Bio-Musterregion „Mittelbaden+“ bilden. Zahlreiche Beteiligte stehen mit hoher Motivation und vielfältigen Ideen hinter der Bewerbung. Netzwerke und Kooperationen sollen aufgebaut werden und eine größere Bio-Produktvielfalt wurden sich unter anderem zum Ziel gesetzt. Die Region umfasst auch Flächen im benachbarten Regierungsbezirk Freiburg.